Forschung › Abgeschlossene Projekte

Habilitationsprojekt von Dr. Reinhard Wolf
Partnerschaft oder Rivalität? Sicherheitsbeziehungen zwischen Großmächten nach Hegemonialkonflikten

erscheint 2001 unter dem Titel "Partnerschaft oder Rivalität? Sicherheitsbeziehungen zwischen Siegermächten im Lichte von Theorien internationaler Politik" in der Reihe "Weltpolitik im 21. Jahrhundert" beim Nomos-Verlag Baden-Baden.

Im Mittelpunkt des Projekts stand die Frage, unter welchen Bedingungen verbündete Großmächte ihre Sicherheitszusammenarbeit nach der Niederlage eines gemeinsamen Gegners fortsetzen, bzw. welche Faktoren den Rückfall in ein Rivalitätsverhältnis begünstigen. Diesbezügliche Hypothesen wurden aus drei prominenten Theorieansätzen abgeleitet: der neorealistischen Schule (im Sinne von Waltz), dem rationalen Institutionalismus (Keohane) und dem Liberalismus (Moravcsik). Inwieweit ihre jeweiligen Hypothesen stichhaltig sind, wurde anhand von vier vergleichenden Fallstudien überprüft, die u. a. den Phasen nach den Napoleonischen Kriegen und nach den beiden Weltkriegen gewidmet sind. Um möglichst viele kokurrierende Erklärungsvariablen kontrollieren zu können, wurden die Vergleichsuntersuchungen sowohl mehrere Fälle übergreifend nach der strukturierenden und fokussierenden Methode als auch innerhalb der einzelnen Fallstudien als diachrones "process tracing" durchgeführt.

Das Projekt sollte nicht zuletzt die drei konkurrierenden Schulen einem fairen Vergleichstest unterziehen, der konsensfähige Rückschlüsse auf ihren Erklärungswert für das Politikfeld "Sicherheit" zuläßt. Im Vordergrund stand jedoch der Versuch, eine problemspezifische Teiltheorie zu erarbeiten, die sowohl das Entstehen und den Zerfall von Mächtekonzerten plausibel machen kann als auch empirisch abgesicherte Politikempfehlungen anbietet, die nach dem Ende des Ost-West-Konflikts von Nutzen sind.